The Leela Foundation
Dedicated to world peace and freedom through universal self-realization

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Die Seele der Sechs



Essay von Eli Jaxon-Bear, 1995

 

Dieser Essay ist eine Antwort auf einen früheren Essay über die Sechser-Fixierung, der bei der Internationalen Enneagramm-Konferenz präsentiert wurde. Im ersten Essay verwendete der Autor eine Metapher, in der alle Fixierungen einen rauschenden Fluss überqueren sollen und nur einen Baumstamm als Brücke haben. Der Autor bezog sich dabei auf die Ängste und Zweifel der Sechs, an denen mit verschiedenen Techniken gearbeitet wird, um „die Sechs über die Brücke zu bekommen“. Er beschrieb auch, dass der Sechs für die Konstruktion eines Selbst der zentrale Standpunkt oder Grundstein fehlen würde.

 

Techniken können für die Verstärkung des Egos sehr wirksam sein. Mit Hilfe von Visualisierungen, Mantras, Ankerheuristik, Vorbildern, Hypnose und anderen Übungen kann die Sechser-Fixierung lernen, die Brücke zu überqueren und ihre Ängste und Zweifel zu überwinden. Aber führt dies zu wahrer Erfüllung? Bestimmt können kontraphobische Sechsen die Brücke ganz leicht und wagemutig überqueren. Macht sie das glücklicher, bringt sie das irgendwie näher an ihre Essenz? Keiner von ihnen hat das jemals bestätigt.

 


Achten: Die Mentalität der Outlaws



Essay von Eli Jaxon-Bear, 1995

 

Die Fixierung der Acht ist der Zwei im Kern ähnlich. Die Acht stellt den Stolz zur Schau, den die Zwei so gekonnt verdeckt. Die Acht ist entweder stolz darauf, die Beste oder die Schlechteste zu sein. Dieses Zurschaustellen des Stolzes ist die Verteidigung gegen die tiefsitzende Verletzung, die aus dem Gefühl heraus entsteht, minderwertig oder nicht im Recht zu sein. Der Stolz schützt die Acht vor der Verletzung, die diese Minderwertigkeit erzeugt, und dient dazu, das eigene hedonistische Verhalten zu rechtfertigen.

 

Dieses von Begierde angetriebene Verhalten lässt sich am ehesten mit dem Satz „Und Ich?“ zusammenfassen. Der Code für die Art, wie die Acht ihre Begierde auslebt, ist: „Lass uns Spaß haben!“ Wenn es keinen Spaß macht, verliert die Acht das Interesse. Worin genau der Spaß besteht, hängt von der jeweiligen Fixierung ab. Oft bedeutet es für die Acht, das Übermaß auszuleben, das ganze Leben mit einem Bissen herunterzuschlucken und dann noch einen und noch einen und noch einen zu nehmen.

 


Die drei Triebe und das Enneagramm



(Am Beispiel der Sechser-Fixierung)
Essay von Eli Jaxon-Bear

Jedes Tier folgt drei folgt instinktiv drei Haupttrieben. Diese Triebe sind notwendig für das Überleben unserer Spezies. Die Spezies überlebt durch das Überleben des Individuums, die Fortpflanzung des Individuums und durch Hierarchie und Rolle des Individuums innerhalb der Herde. Diese drei Triebe heißen im Enneagramm Selbsterhaltungstrieb, Sozialer und Sexueller Trieb oder Instinkt. Diese Triebe entsprechen direkt den ersten drei Chakras im indischen Yogasystem.

 

Eine Metapher, die im Kundalinisystem für die Triebe verwendet wird, ist der Drache, der Schätze anhäuft und Jungfrauen für seinen Kerker raubt, während er das Land terrorisiert. Ein eigensüchtiges, aggressives Leben ist ein Leben, das von den drei Trieben oder tierischen Instinkten gesteuert wird.

 

Solange sich das Bewusstsein mit dem Fleisch identifiziert, wird das gesamte Leben von diesen drei Trieben gelenkt. Sie halten die Fixierung auf einer Schicht unterhalb der Leidenschaft am Laufen. Die Triebe sind der Treibstoff für die Leidenschaften und solange wir uns dieser Triebe nicht bewusst sind, laufen die Leidenschaften unkontrolliert weiter.

 


Das Enneagramm und die Tradition der Stille



Essay, 1995

Die Erkenntnis der Wahrheit

„Der Weg erfordert keine Kultivierung – verschmutze ihn einfach nicht. Was ist Verschmutzung?                     
So lange dein unbeständiger Geist Künstlichkeiten und Erfindungen fabriziert,
ist all das Verschmutzung. Wenn du den Weg direkt erkennen willst – dann ist der natürliche Geisteszustand der Weg. Was ich mit dem natürlichen Geisteszustand meine, ist der Geist ohne     Künstlichkeit, ohne subjektive Urteile, ohne Anhaftung oder Ablehnung.“

–Zenmeister Mazu Daoyi –

Wer könnte der offensichtlichen Wahrheit von Mazu widersprechen? Die Frage war jedoch immer, wie dieser erhabene Zustand zu erreichen sei.

Die große Gabe des Enneagramms besteht darin, uns eine reflektierende Oberfläche zu geben, auf der sich die künstlichen Erfindungen des Geistes spiegeln können. Verschmutzung oder der unbeständige Geist wird durch die Charakterfixierung verursacht. Anhaften, Ablehnen, subjektive Urteile und Künstlichkeit sind die Kennzeichen der Fixierung. Charakterfixierung ist die Verfestigung von Äonen von aufwallenden Begierden und Geistesfluktuationen in Form von mentaler Aktivität. Diese Verfestigung wird als „ich und meine Vergangenheit“ erlebt. Die Wellen sind Gedanken über „ich und was ich will“.

 


Das Enneagramm der Charakterfixierungen



Rede von Eli Jaxon-Bear,
Stanford Universität, August 1994

„Wenn du erkennst, wer du nicht bist, dann ist es möglich aufzuwachen und zu erkennen, wer du wirklich bist!“


Mir ist noch nie jemand begegnet, der nicht glücklich sein wollte. Das Streben nach Glück ist die eine Wahrheit, die die Menschheit und vielleicht sogar alle Spezies vereint. Jeder möchte glücklich sein. Die Frage ist: Wie ist es möglich, dass dieses Streben nach Glück die Existenz unserer Spezies und sogar die von Mutter Erde bedrohen kann? Wie ist das möglich? Diese brennende Frage stelle ich mir. Und ich weiß, dass sich viele von uns die gleiche Frage stellen: Wie ist es möglich, dass das Streben nach Glück Leiden erzeugt? Auf der Suche nach einer Antwort habe ich festgestellt, dass es möglich ist, das Leiden zu beenden.


Europe Three Year Group

“I do not know how much time this body has left. We all have an expiration date stamped into our genes and reflected in our circumstances. But as long as there is life breathing in these old bones, I will be sharing what I have realized. I invite you to join with us if you are called from your heart”

~ Eli

The European Three-Year Group Retreat is held every year in Baden-Baden, Germany.


New York Bericht


Wegweiser Magazine interview

Oktober, 2001


Was diese Zeit der Verwundung offenbart, ist die Einsicht, dass jeder einzelne von uns mit allen Wesen dieser Erde verbunden ist. Indem der Schleier von Sicherheit und Isolation zerrissen wurde, ist die kollektive Psyche zerbrochen. Darin liegt eine große Chance, sich auf eine neue Art dem Leben ohne Kompromisse zu verpflichten.


Mitgefühl für die, die sterben mussten, kann uns zu einer tieferen Bereitwilligkeit verhelfen, das Leiden in der Welt zu beenden.


Wenn wir in dieser Tragödie die Herausforderung annehmen, aufzuwachen und die Ignoranz dort, wo wir sind, zu beenden, dann sind vielleicht die, die jetzt tot sind, nicht umsonst gestorben.


Was willst du wirklich ?


KGS Magazine interview

Hamburg, Mai 2002


Eli Jaxon-Bear wurde 1947 als Elliott Jay Zeldow in Brooklyn, New York geboren. Nach einer langen achtzehnjährigen spirituellen Suche, die ihn um die ganze Welt geführt und mit vielen Traditionen und Praktiken vertraut gemacht hatte, zog es ihn 1990 schließlich nach Indien, wo er seinem letzten Lehrer begegnete: Sri H.W.L. Poonja, den er liebevoll Papaji nannte.


Papaji bestätigte Eli’s Realisation und sandte ihn zurück in die Welt, damit er seine psychologischen Einsichten in die Natur des Ego-bezogenen Leidens mit anderen teile, um die Selbsterkenntnis zu fördern. Wenn Eli in die Lehren des Enneagramms einführt, geschieht dies immer in der lebendigen Übermittlung der Stille, indem er diese einzigartige Landkarte der Ego-Identifikation als Mittel zur rücksichtslosen Selbsterfoschung präsentiert und der Vertiefung in der Erkenntnis von wahrhaftiger Freiheit.


Eli: „Mit der Einsicht in die Struktur des Geistes (Mind), die das Enneagramm gewährt, gewährt es auch zunehmende Klarheit und die Fähigkeit zu wirklicher Wachsamkeit in der Verankerung deiner wahren Identität als intelligente Liebe, die ohne Ursache und ohne Form ist; das, was wir Bewusstsein oder Gott nennen.“


Verpflichtung an die Wahrheit: Will ich wahrhaftig sein oder recht haben?


Visionen Magazin interview

August 2002


Es scheint mir wichtig, von dem spezifischen Moment zu sprechen, wenn mich meine eigene Verpflichtung an den Punkt bringt, an dem mein Selbstschutz in Frage gestellt oder gar gefährdet wird. Wenn ich dann wahrhaftig bleibe, werde ich jedesmal mit meiner Angst konfrontiert, doch ich falle in ein tieferes, natürliches Vertrauen und in eine vorher nicht gekannte stille Wahrheit. Aus diesem Grunde möchte ich dieses Thema nun mit dir ansprechen.


Heutzutage wird das Sprechen über die Wahrheit häufig zum Reden über irgendein mystisches Denken. Dieses Denken war in unserer Gesellschaft noch vor einigen Jahren gänzlich unbekannt, wird aber jetzt recht geläufig. Die Worte der Heiligen und Weisen finden Akzeptanz in unserer Kultur und werden mittlerweile sogar in der Werbung benutzt. Kannst du dieses Thema „Wahrheit“ erklären?


Interview mit dem Wegweiser Magazin, Juni 2003


Wegweiser Magazine interview

Juni 2003


Wo liegen die Wurzeln für all diesen Wahnsinn? Nicht nur im Irak, auch im Kongo, in Afghanistan, in China und Korea, überall auf der ganzen Welt? Ständig fügen wir diesem wunderbaren Planeten und uns selber Schaden zu; was ist der Grund für dieses Handeln?


Alles Leiden hat seine Wurzeln in der Ignoranz. Es ist Ignoranz, welche in der menschlichen Psyche Angst, Gier und Aggression aufsteigen lässt. All der Schrecken in der Welt, den wir zur Zeit erleben, lässt sich auf Ignoranz zurückführen; aus ihr entsteht die Selbstsucht, die als Angst und Gier und Aggression erscheint.


Ignoranz bedeutet: die Wahrheit der Situation wird ignoriert. Wenn man die Dinge ignoriert, neigen sie dazu, unbewusst oder knapp unter der Oberfläche abzulaufen.